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12 Apr |
Chemieunfall: Einsatz für die Helfer vom DRK Nordrhein-Westfalen, Pressemitteilungen
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(11.04.2008) Düsseldorf. In der Nacht vom 9. auf den 10. April betreuten Einsatzeinheiten der DRK-Kreisverbände Duisburg und Mülheim 250 Anwohner, die nach einem Unfall im nahe gelegenen Metall- und Chemiewerk Grillo in Duisburg ihre Wohnungen verlassen mussten. Giftiges Schwefeldioxid war ausgetreten.
Der Einsatz begann um 17.23 Uhr. Der DRK-Kreisverband Duisburg erhielt von der Leitstelle der Feuerwehr den Auftrag, einen Betreuungsplatz in der Rhein-Ruhr-Halle aufzubauen, um die Versorgung, Verpflegung und Betreuung der 250 Betroffenen sowie der Einsatzkräfte sicherzustellen.
Der Duisburger Kreisbereitschaftsleiter Wilhelm Steigenhöfer erinnert sich: „Wir haben in der Halle eine Betreuungsstelle aufgebaut und den medizinischen Bereich komplett eingerichtet. Schließlich klagten viele der Betroffenen über Atemwegsreizungen.“ Zeitgleich wurde die Getränkeausgabe organisiert. Helferinnen und Helfer begannen zudem, die Evakuierten zu registrieren. „Dann hatten wir plötzlich das Gas in der Halle, genauer in den Toilettenbereichen. Dort war es durch die Kanalisation eingedrungen“, erinnert sich der 47-Jährige. Sofort wurde das Gebäude geräumt. Die Kollegen von der Freiwilligen Feuerwehr errichteten auf dem Parkplatz in Windeseile Zelte mitsamt dem notwendigen medizinisch-technischen Gerät, so dass die Betroffenen schnell in die Zeltstadt umziehen konnten. „Die Zusammenarbeit hat wirklich prima geklappt“, sagt Steigenhöfer.
Von nun an hieß es Warten. Zwar war das Leck, an dem das Gas im Chemiewerk ausgetreten war, schnell wieder verschlossen worden. Dennoch war noch nicht an eine Rückkehr zu denken. „Dieses Warten ist für die Betroffenen nicht einfach“, erklärt Steigenhöfer. „Sie hatten ihre Wohnungen umgehend verlassen müssen und konnten nichts mitnehmen.“ Manche nahmen die Situation gelassen hin, andere reagierten aufgebracht und voller Sorge. Die DRK-Helferinnen und Helfer kümmerten sich um sie, sprachen mit ihnen, leisteten seelischen Beistand, versuchten zu beruhigen. „Sie sind auf solche Situationen vorbereitet und gut ausgebildet“, weiß Steigenhöfer.
Polizei und Ordnungsamt sammelten die Wohnungsschlüssel ein, damit sich Experten Zutritt zu den Räumen verschaffen konnten, um Messungen durchzuführen. Derweil hatten viele Betroffene Unterschlupf bei Freunden und Verwandten gefunden. Gegen Mitternacht harrten aber noch rund 20 Evakuierte auf dem Parkplatz der Rhein-Ruhrhalle aus. Die Betreuung hatte mittlerweile eine Einsatzeinheit des DRK-Kreisverbandes Mülheim an der Ruhr unter der Leitung des Kreisbereitschaftsleiters Volker Langendorf übernommen. „Wir haben eine komplette Übergabe gemacht“, erinnert er sich, „und das hat reibungslos geklappt.“ Einmal mehr habe sich hier gezeigt, so Langendorf, dass die überörtliche Zusammenarbeit der beiden DRK-Kreisverbände gut funktioniert. „Wir kennen uns aus verschiedenen Einsätzen, da greift alles ineinander. Es herrscht ein hohes gegenseitiges Vertrauen.“
Am frühen Morgen war es dann soweit: Die Menschen konnten in ihre Wohnungen zurückkehren. Gegen vier Uhr endete schließlich der Einsatz für die Helferinnen und Helfer, die alle ehrenamtlich für das DRK tätig sind. Ein bis zweimal im Jahr leisten sie im Schnitt in Einsätze wie den geschilderten. Um hier kompetent helfen zu können, müssen sie solche Situationen häufig trainieren und sich regelmäßig fortbilden. Das kostet Zeit. Doch es ist nicht nur dieses hohe persönliche Engagement der Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler, das schnelle Hilfe im Notfall möglich macht. Es sind auch ihre Arbeitgeber, die sie für die Einsätze freistellen. „Ohne diese Bereitschaft, wären solche Einsätze nicht durchführbar“, sagt Steigenhöfer. „Denn wenn eine Alarmierung kommt, müssen wir sofort los.“
Insgesamt waren 241 Einsatzkräfte des Roten Kreuzes im Einsatz. Denn neben den 99 Kräften aus Duisburg und den 33 Helferinnen und Helfern aus Mülheim standen noch rund 99 Einsatzkräfte aus den Kreisverbänden Essen, Viersen und Niederrhein während der gesamten Zeit in Alarmwarnung, um die Kolleginnen und Kollegen aus Duisburg und Mülheim abzulösen und im Notfall zu unterstützen. Hinzuzurechnen sind auch zehn Einsatzkräfte auf der Ebene des DRK-Landesverbandes Nordrhein für die Bereiche Koordination, Informations- und Kommunikationstechnik.
(PM: DRK LV Nordrhein e.V.)
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